Ein Verein im Wandel der Zeit
Betrachtet man die gesellschaftliche Aufgabe eines Vereins vor ca. 40 Jahren, so hat sich doch bis heute vieles verändert. War der Verein zu dieser Zeit, gerade mal 20 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, Kommunikationsmittelpunkt eines Ortes oder einer Region, fast einziger Anlaufplatz zur Freizeitgestaltung und fester Bestandteil der sozialen Struktur, so hat er es heute, am Anfang des dritten Jahrtausends, um vieles schwerer, seine Daseinsberechtigung aufrecht zu erhalten. Eine riesige Freizeitindustrie bietet mittlerweile ein so großes Angebot, daß der Gang zum Verein oft nicht mehr als notwendig erscheint. Die Jugend ist früher mobil und das räumliche Sozial verhalten weitet sich weit über die heimischen Grenzen aus. Zieht man die hohe Rate der Jugendkriminalität, die steigenden Zahlen von Drogenmissbrauch von jung an und die wachsende Ausländerfeindlichkeit ins Kalkül, so werden Vereine in den nächsten Jahren eine immer wichtigere Rolle in der Gesellschaft spielen. Die eben erwähnten dunklen Seiten des Lebens tauchen in Vereinen nur in verschwindend geringen Fällen auf. Neben Schule und Kirche ist der Verein ein nicht zu unterschätzender Faktor in der aktuellen Jugendarbeit.
Die SG Ehrbachtal konnte z. B. 1993 stolz auf 450 eingetragene Mitglieder blicken. Seit 1968 ist die Zahl stetig angewachsen (1971-162; 1978 - 220; 1984 - 310), aber auch hier ist leider ein starker Rückgang festzustellen, was aber sicherlich deren primäre Ursache im relativ kleinen Sportangebot und den gesellschaftlichen Veränderungen zu suchen hat. Hier ist sicherlich auch die infrastrukturelle Situation der drei Orte Halsenbach, Kratzenburg und Ney, kein Schwimm- oder Hallenbad, fehlende Sporthallen und Tennisplätze und ähnliches, ursächlich verantwortlich.
Viele Mitglieder wollen auch viel verwaltet werden. Dies war schon immer Prämisse des Vorstandes, der nach wie vor ehrenamtlich tätig ist. Die Aufgaben dieses Gremiums haben sich fundamental nicht verändert in den letzten Jahren. Die Mitgliedsbeiträge werden nach bestem Wissen und Gewissen für die unterschiedlichsten Dinge verwendet; man versucht den Spielbetrieb in der Fußballabteilung auf hohem Niveau zu betreiben; die ständig anstehenden laufenden Kosten müssen bezahlt werden; es gilt neue Einnahmequellen anzuzapfen; die Ballettabteilung wird rundherum umsorgt; die Sportstätten bedürfen einer ständigen kostenintensiven Pflege; zahlreiche Übungsleiter, Trainer und Betreuer müssen durch ihre Präsens den Sportbetrieb weiterentwickeln; kulturelle Veranstaltungen werden organisiert. Man bräuchte noch Stunden, um alle Aufgaben eines Vorstandes, aller Vorstände der letzten Jahre, aufzuzählen, daran sollten alle allzu schnellen Kritiker denken. Natürlich laufen Dinge nicht so, wie sie sollen; natürlich wurden und werden wahrscheinlich weiter Fehler gemacht, aber wer öfters zu heftige und oft auch noch unsachliche Kritik in den Raum stellt, vielleicht auch noch ohne die nötige Sachkenntnis, der sollte sich selbst einmal in die Verantwortung nehmen lassen und ein ehrenamtliches Amt übernehmen. Bilanzierte die SG Ehrbachtal im Vereinsjahr 1972 noch 30.000 DM, so ist der Betrag heute mehr als dreimal so hoch. Denkt man an die baulichen Maßnahmen in der Vereinsgeschichte, wird einem schnell klar, wie viel Arbeit dahinter steckt, besonders von vielen freiwilligen Helfern. Man soll diese Maßnahmen nicht alle im Einzelnen aufzählen, aber es waren bestimmt mehrere zigtausend Euro und tausende von freiwilligen Arbeitsstunden, die im Laufe des Vereinslebens dafür aufgebracht wurden. Heute sollten wir stolz auf unsere Sportstätten sein.
Solange sich die Vereine und auch die SG Ehrbachtal mit ganzem Engagement den auf sie zukommenden Aufgaben stellen, werden die Vereine immer präsent sein und wir in Ehrbachtal 2018 unser 50-jähriges Jubiläum feiern.